Bildungszentrum Tor zur Welt
Städtebaulich-freiraumplanerisches Gutachen: Bildungszentrum Tor zur Welt
„Bildung“ - das Wort beherrscht seit vielen Jahren und immer wieder aufs Neue die öffentliche Debatte um die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie könnte grundsätzlicher kaum geführt werden! Denn in diesem Zusammenhang diskutieren wird die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten eines Jeden in einer pluralistischen Gesellschaft, an den „Erzeugnissen“ unseres Bildunsgsystems spiegeln wir die Leistungs-, Konkurrenz- und Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Bildung ist das Schlüsselwort in der Debatte um die richtigen Konzepte zur Integration anderer Ethnien und Kulturen in unser Gesellschaftssystem. Und: wenn wir über Bildung reden, sprechen wir über den Zustand unserer Schulen und gehen der Frage nach: wie bekommen wir es hin, dass die Notwendigkeit, bestimmte Fähigkeiten zu erlernen und sich Wissen anzueignen, sich mit Freude verbinden lässt und sich jeder eine lebenswerte Zukunft erschließen kann?
Die Auseinandersetzung mit Bildungsfragen ist also eine Daueraufgabe, die sich zwischen sozialen Spannungen, kulturellen Konflikten und fiskalischen Spar-zwängen neuen Raum verschaffen muss. Damit soziale Isolierung, Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen, Segregationstendenzen, Bildungsdefizite und der Verfall von kulturellen Kompetenzen Einhalt geboten werden kann.
„Tor zur Welt“ - Öffnung ist Programm: Es erfordert eine Menge Mut zur Veränderung und Elan, geeignete Maßnahmen zur Bewältigung dieser komplexen Herausforderungen zu entwerfen. Zwei Schulen in Wilhemsburg, die Grundschule Buddestraße und das Gymnasium KiWi haben mit einem beeindruckenden Konzeptpapier aus Sicht der Schulen einen Anfang gemacht. Inzwischen sind weitere Akteure zum Aufbau eines regionalen Bildungszentrums „Tor zur Welt“ aufgesprungen. Die funktionalen und inhaltlichen Abstimmungsprozesse sind im Gange. Wie aber könnte sich dieses Bildungszentrum räumlich „Gehör verschaffen“ und im Stadtteil Wilhelmsburg verankern?
Das Gutachten: Das von uns bearbeitete Gutachten zeigt hierzu städtebaulich/freiraumplanerische Lösungsansätze auf. Aufbauend auf einer Analyse des Standortes, seiner Qualitäten und Restriktionen sowie aus der bestehenden Konzeption und der Recherche weiterer internationaler Beispiele für Bildungszentren wird ein Raum- und Funktionsprogramm entworfen. Ziele und Leitlinien der Planung für das Bildungszentrum und die städtebauliche Entwicklung bilden schließlich die Grundlage von vier Entwurfsvarianten. Die Auswertung der Varianten führt abschließend zu einer Empfehlung für eine Variante.
Nach Abschluss des Gutachtens haben sich kurzfristig wichtige Rahmenbedingungen geändert. Das TzW sollte noch größer werden. Daraufhin hat die IBA Hamburg entschieden, einen internationalen Wettbewerb auszuloben. Unser Büro hat den Wettbewerb koordiniert.